Rentenportfolios resilient aufstellen

Thomas Scholz

Staatsanleihen vieler Industrieländer galten lange als besonders verlässliche Geldanlage. Nach Einschätzung von Union Investment haben sich die Rahmenbedingungen jedoch verändert. Heute entstehe Resilienz nicht durch eine einzelne Anlageentscheidung, sondern aus dem Zusammenspiel von Bonität, Duration, Diversifikation und aktivem Risikomanagement.

Beginnen wir mit der Bonität: Jahrzehntelang galten Staatsanleihen vieler Industrieländer als verlässliche Geldanlage, so Union Investment, Fondspartner der Hannoverschen Volksbank. Doch die finanzpolitische Realität habe sich verändert: Schuldenstände, Haushaltsdefizite und Refinanzierungsbedarfe steigen, während die Zentralbanken als Großkäufer zunehmend in den Hintergrund treten würden. Nach Einschätzung von Union Investment kann sich die Kreditqualität einzelner Unternehmen und Staaten unterschiedlich entwickeln.

In diesem Umfeld nehmen Unternehmensanleihen mit Investment Grade eine besondere Rolle ein, so die Anleiheexpertinnen und -experten von Union Investment. Sie bilden gewissermaßen das Rückgrat eines resilienten Rentenportfolios. Entscheidend bleibt dabei die Selektion. Ein resilientes Portfolio setzt auf Qualität und auf Geschäftsmodelle, die auch in unterschiedlichen Konjunktur- und Inflationsszenarien Bestand haben. Laufende Erträge lassen sich zudem mit flexibler Absicherung gegen abrupte Ausweitungen der Kreditrisikoprämien kombinieren.

Ein weiterer zentraler Baustein sei die Duration, also die Zinssensitivität eines Portfolios. Bei ansonsten vergleichbaren Anleihen gehe eine längere Laufzeit beziehungsweise Duration regelmäßig mit einer höheren Sensitivität gegenüber Zinsänderungen einher. Daher sei die Steuerung der Laufzeiten ein zentrales Instrument. Besonders interessant erscheinen dem Fondspartner aktuell mittlere Laufzeiten. Dennoch sind auch bei diesen Kursverluste möglich. Im Bereich zwischen fünf und neun Jahren sieht die Fondsgesellschaft ein günstiges Verhältnis aus laufendem Ertrag und Kursrisiko. Anlegerinnen und Anleger können attraktive Renditechancen wahrnehmen, ohne die Risiken sehr langer Laufzeiten vollständig einzugehen.

Resilienz bedeutet auch, Risiken auf mehrere Ertragsquellen zu verteilen. Für Anlegerinnen und Anleger könnten daher nicht nur europäische Staats- und Unternehmensanleihen interessant sein. Zusätzliche Diversifikation kann durch ausgewählte Schwellenländeranleihen, globale Rentenstrategien oder spezialisierte Anleihesegmente angestrebt werden. Damit können jedoch zusätzliche Risiken, etwa Währungs-, Länder-, Liquiditäts- und Bonitätsrisiken, verbunden sein.

Die wichtigste Erkenntnis der Fondsgesellschaft lautet: Ein resilientes Rentenportfolio lässt sich nicht statisch konstruieren. Das komplexe Marktumfeld zwingt dazu, stärker in Szenarien zu denken, statt an Punktprognosen festzuhalten. Entscheidend sei weniger, den exakten Marktausblick zu treffen, als ein Portfolio so aufzustellen, dass es verschiedene Entwicklungen verkrafte.

Die Hannoversche Volksbank informiert gerne über Chancen und Risiken entsprechender Geldanlagen.

Newsletter vom 21. Oktober 2026

Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG

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